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Was kostet ein Onlineshop? Kostenblöcke, Rechenbeispiele und versteckte Gebühren

06.10.2026·Autor: Stephan Dunger

Was ein Onlineshop kostet, entscheidet sich weniger am Preisschild der Shopsoftware als an zehn Kostenblöcken – und daran, welche davon mit dem Umsatz wachsen. In unseren Rechenbeispielen liegen die laufenden Kosten ohne Marketing bei rund 300 bis 350 € im Monat für einen kleinen Shop und bei rund 1.550 bis 2.000 € für einen mittleren Shop; ab mittleren Umsätzen sind die Zahlungsgebühren der größte Einzelposten. Dieser Ratgeber zeigt alle Kostenblöcke, rechnet drei Plattformmodelle durch und nennt die Fragen, die Sie jedem Anbieter vor der Unterschrift stellen sollten.

Auf einen Blick

  • Die Shopsoftware ist nur einer von zehn Kostenblöcken: Hosting, Domain, Zahlungsgebühren, Umsatzbeteiligung, Apps, Design, Rechtstexte, Marketing und Pflege kommen hinzu.
  • Zahlungsgebühren fallen bei jedem Shopsystem an – meist ein Prozentsatz plus Fixbetrag je Zahlung, laut Preisseiten der Anbieter etwa 1,5 % + 0,25 € (Stripe, Standardkarten aus dem EWR) oder 2,99 % + 0,39 € (PayPal Checkout, inländische Zahlungen), Stand: Oktober 2026.
  • Umsatzabhängige Plattformgebühren wachsen mit: 1 % Umsatzbeteiligung kostet einen Shop mit 50.000 € Monatsumsatz 6.000 € im Jahr.
  • Open Source spart die Lizenz, nicht den Betrieb: Hosting, Updates und Sicherheit bezahlen Sie selbst oder einen Dienstleister.
  • Wer verpackte Ware verschickt, braucht vor dem ersten Paket eine Registrierung im Verpackungsregister LUCID und einen Systembeteiligungsvertrag – ein Posten, den viele Kalkulationen vergessen.
  • Vergleichbar sind Angebote nur über die Gesamtkosten pro Jahr, gerechnet auf den eigenen Planumsatz.

Welche Kosten fallen bei einem Onlineshop an?

Die Kosten eines Onlineshops verteilen sich auf zehn Blöcke. Manche fallen einmal an, manche jeden Monat, manche bei jeder einzelnen Bestellung. Für die Planung entscheidend ist die dritte Gruppe: Sie wächst automatisch mit, wenn der Shop wächst.

KostenblockWann er anfälltWovon die Höhe abhängt
Shopsoftware (Miete, Abo oder Lizenz)monatlich oder einmaligKostenmodell, Funktionsumfang, Tarifgrenzen bei Produkten, Bestellungen oder Mitarbeiterkonten
Hosting und Betriebmonatlichim Mietpaket oft enthalten; bei selbst betriebener Software kommen Server, Backups und Sicherheit dazu
Domain und SSL-ZertifikatjährlichDomain-Endung und Anbieter; SSL-Zertifikate gibt es auch kostenlos, etwa von der Zertifizierungsstelle Let's Encrypt
Zahlungsgebührenje ZahlungZahlungsart, Herkunft der Karte, Währung und Vertrag mit dem Zahlungsanbieter
Umsatzbeteiligung oder Transaktionsgebühr der Plattformje Bestellung bzw. Umsatznur bei manchen SaaS-Modellen; kommt zu den Zahlungsgebühren hinzu
Apps, Plugins, Modulemonatlich oder einmaligob Grundfunktionen wie Filter, Bewertungen oder B2B-Preise im Standard enthalten sind
Design und EinrichtungeinmaligStandard-Template oder individuelles Design, Einrichtungsgebühr des Anbieters
Rechtstextemonatlich (Abo) oder einmalig (Anwalt)Sortiment, Lieferländer, Privat- oder Geschäftskunden
MarketingmonatlichKanäle wie Suchmaschinen, Anzeigen, Marktplätze und Newsletter
Pflege und WeiterentwicklunglaufendUpdates, Anpassungen, Support – im Paket enthalten oder nach Stunden abgerechnet

Was kostet ein Onlineshop im Monat? Zwei Rechenbeispiele

Die folgenden Modellrechnungen zeigen, wie sich die Blöcke zusammensetzen. Zwei Beispielshops: ein kleiner Shop mit 5.000 € Monatsumsatz aus 100 Bestellungen (Ø 50 €) und ein mittlerer Shop mit 50.000 € Monatsumsatz aus 625 Bestellungen (Ø 80 €). Alle Werte sind Annahmen zur Veranschaulichung, netto und ohne Marketing; tatsächliche Preise hängen von Anbieter, Tarif und Vertrag ab. Setzen Sie Ihre eigenen Angebote ein.

Kosten, die bei jedem Shopsystem anfallen (pro Monat)

Kostenblock (Annahme)Kleiner ShopMittlerer Shop
Zahlungsgebühren: Ø 2 % + 0,30 € je Bestellung (Mischung aus Karte, PayPal, Rechnung und Vorkasse)130 €1.187,50 €
Rechtstexte-Abo15 €15 €
Verpackungslizenz (Systembeteiligung, nach Menge)5 €40 €
Domain und E-Mail, falls nicht im Paket5 €5 €
Zwischensumme ohne Plattform155 €1.247,50 €

Plattformkosten je Modell und Gesamtkosten

Plattformmodell (Annahme)Kleiner Shop: Plattform pro MonatKleiner Shop: gesamt pro JahrMittlerer Shop: Plattform pro MonatMittlerer Shop: gesamt pro Jahr
A – Festpreis-Paket mit Hosting, Updates und Support (150 € bzw. 300 €)150 €3.660 €300 €18.570 €
B – Baukasten-Abo mit Umsatzbeteiligung: Grundgebühr 40 € bzw. 100 €, 1 % vom Umsatz, Apps 60 € bzw. 150 €150 €3.660 €750 €23.970 €
C – Open Source, selbst betrieben: Lizenz 0 €, Hosting 30 € bzw. 80 €, Wartung durch einen Dienstleister 150 € bzw. 400 €, Plugins 20 € bzw. 60 €200 €4.260 €540 €21.450 €

Drei Muster lassen sich aus den Zahlen ablesen:

  • Beim kleinen Shop liegen die Modelle nah beieinander (305 bis 355 € im Monat). Hier entscheiden Funktionsumfang, Support und der Weg, den der Shop später gehen soll.
  • Beim mittleren Shop treibt die Umsatzbeteiligung die Kosten: 1 % vom Umsatz sind 6.000 € im Jahr. Im Beispiel kostet Modell B dadurch 5.400 € pro Jahr mehr als Modell A – für dieselbe Leistung.
  • Die Zahlungsgebühren sind ab mittleren Umsätzen der größte Posten: Im Beispiel machen sie gut drei Viertel der laufenden Kosten von Modell A aus, und zwar bei jedem Shopsystem. Zahlart-Mix und Konditionen der Zahlungsanbieter gehören deshalb in jede Kalkulation, unabhängig vom gewählten System.

Marketing ist in den Beispielen bewusst nicht enthalten. Es ist häufig der größte frei planbare Block und hängt stark von Branche, Kanal und Wettbewerb ab.

Welche versteckten Gebühren gibt es bei Onlineshops?

„Versteckt“ heißt selten, dass etwas verschwiegen wird – meist steht es im Kleingedruckten oder entsteht erst im Wachstum. Diese Posten fehlen in vielen ersten Kalkulationen:

  • Transaktionsgebühren der Plattform: Manche SaaS-Modelle berechnen je Bestellung einen Anteil, zusätzlich zu den Gebühren des Zahlungsanbieters. Teils entfällt er nur, wenn der hauseigene Zahlungsdienst genutzt wird. Was das über die Jahre ausmacht, zeigt unser Beitrag zum Shopsystem ohne Umsatzbeteiligung.
  • Apps für Grundfunktionen: Filter, Bewertungen, mehrsprachige Inhalte oder Netto-Preise für Geschäftskunden sind nicht überall im Standard enthalten. Jede App ist ein eigenes Abo.
  • Tarifgrenzen: Obergrenzen für Produkte, Bestellungen, Speicher oder Mitarbeiterkonten erzwingen den Wechsel in einen teureren Tarif, sobald der Shop wächst.
  • Zuschläge der Zahlungsanbieter: Internationale Karten und Währungsumrechnung kosten mehr. Stripe nennt auf seiner Preisseite für internationale Karten 3,15 % + 0,25 € und für die Währungsumrechnung zusätzlich 2 % (Stand: Oktober 2026).
  • Marktplatz-Provisionen: Wer zusätzlich auf Marktplätzen verkauft, zahlt dort je Verkauf eine Provision – unabhängig vom Shopsystem.
  • Verpackungslizenz: Wer in Deutschland verpackte Ware vertreibt, muss im Verpackungsregister LUCID registriert sein und die Verpackungen bei einem Systembetreiber beteiligen. Die Kosten richten sich nach Menge und Material.
  • IHK-Beitrag: Für Gewerbetreibende fällt in der Regel ein Beitrag an. Nicht im Handelsregister eingetragene Einzelunternehmen und Personengesellschaften sind bis 5.200 € Gewerbeertrag beitragsfrei, Gründer unter bestimmten Voraussetzungen in den ersten Jahren (§ 3 Abs. 3 IHKG).
  • Wechselkosten: Lange Laufzeiten, fehlender Datenexport oder eine aufwendige Migration machen einen späteren Systemwechsel teuer. Diese Kosten entstehen erst am Ende – entscheiden sollte man über sie am Anfang.

Welche einmaligen Kosten kommen beim Start hinzu?

Neben den laufenden Kosten braucht der Start ein eigenes Budget. Wie hoch es ausfällt, hängt vor allem davon ab, wie viel Sie selbst erledigen:

  • Gewerbeanmeldung: Die Gebühr legt die zuständige Gemeinde fest.
  • Einrichtung: Manche Anbieter berechnen eine Einrichtungsgebühr, andere nicht – im Angebot nachsehen.
  • Design: Anpassung eines Standard-Templates oder individuelles Design.
  • Produktdaten: Fotos, Texte und Merkmale – oft der größte Zeitposten, ob intern oder eingekauft.
  • Rechtstexte: Erstellung durch einen Anwalt oder Einrichtung eines Rechtstexte-Dienstes.
  • Datenübernahme: Beim Wechsel aus einem anderen System kommen Produkte, Kunden, Bestellungen und SEO-Adressen mit.
  • Startmarketing und Verpackungsmaterial: Erstausstattung für Versand und die ersten Kampagnen.

Worauf sollte ich bei Angeboten für Shopsysteme achten?

Diese Fragen machen Angebote vergleichbar. Sie decken auch die Punkte ab, die in Preistabellen selten stehen: Datenschutz, Schnittstellen und der spätere Wechsel.

Frage an den AnbieterWarum sie zählt
Was ist im Monatspreis enthalten – Hosting, Updates, Sicherheitsupdates, Backups, SSL, Support?Fehlt ein Teil, kommt er als eigener Kostenblock hinzu.
Gibt es eine Umsatzbeteiligung oder Transaktionsgebühr – auch eine, die nur bei bestimmten Zahlungsdiensten entfällt?Sie wächst mit jedem Euro Umsatz.
Welche Funktionen kosten extra: Apps, Module, weitere Mitarbeiterkonten?Der Grundpreis sagt wenig, wenn Grundfunktionen zubuchbar sind.
Wo werden die Daten gehostet, gibt es einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung, findet eine Übermittlung in Drittländer statt?Der Shopbetreiber bleibt für die Kundendaten verantwortlich; Art. 28 DSGVO verlangt einen Vertrag mit dem Auftragsverarbeiter.
Welche Zahlungs- und Versanddienstleister sind fertig angebunden?Jede fehlende Anbindung kostet Zeit, Geld oder ein zusätzliches Plugin.
Welche Laufzeit, Kündigungsfrist und Preisanpassungsregeln gelten?Sie bestimmen, wie flexibel Sie später reagieren können.
In welchem Format bekomme ich meine Daten, wenn ich wechsle?Ein vollständiger Export senkt die Wechselkosten.
Wer hilft bei Problemen, über welche Kanäle, zu welchen Zeiten und Kosten?Support nach Stunden kann teurer werden als ein höherer Pakettarif.

Wie die Datenschutzfragen im Einzelnen zu prüfen sind, haben wir im Beitrag zum DSGVO-konformen Shopsystem zusammengefasst.

Was kostet das XONIC Shopsystem?

Das XONIC Shopsystem arbeitet nach Modell A: feste Monatspreise ohne Umsatzbeteiligung. Basic kostet 149 €, Professional 249 € und Premium 449 € im Monat bei jährlicher Zahlweise (bei monatlicher Zahlweise 199 €, 299 € bzw. 499 €); Enterprise wird individuell vereinbart. Alle Preise verstehen sich netto zzgl. USt., die Vertragslaufzeit beträgt 12 Monate, die Einrichtungsgebühr 0 €. Enthalten sind Hosting in Deutschland, Updates, SSL-Zertifikat, tägliche Backups und Support. Gebühren der Zahlungsanbieter und Provisionen der Marktplätze fallen wie bei jedem System an; sie gehen direkt an den jeweiligen Anbieter, XONIC erhält davon keinen Anteil. Zubuchbar sind etwa Marktplatz-Anbindungen ab dem Paket Professional (ab 19 € im Monat zzgl. einmaliger Setupgebühr je Marktplatz) und weitere Mitarbeiterkonten (20 € im Monat je Konto). Wer aus einem anderen System wechselt, kann die Datenübernahme als Dienstleistung zum Festpreis ab 1.200 € beauftragen. Alle Pakete im Vergleich zeigt die Preisseite, Stand: Oktober 2026.

Häufige Fragen zu den Kosten eines Onlineshops

Das hängt vor allem vom Umsatz und vom Kostenmodell der Plattform ab. In unseren Modellrechnungen kostet ein kleiner Shop mit 5.000 € Monatsumsatz rund 305 bis 355 € im Monat, ein mittlerer Shop mit 50.000 € Monatsumsatz rund 1.550 bis 2.000 € – jeweils inklusive Zahlungsgebühren, aber ohne Marketing. Die Werte sind Annahmen; maßgeblich sind die Angebote, die Sie selbst einholen.

Die Software kann kostenlos sein, etwa bei Open-Source-Systemen. Der Betrieb ist es nicht: Hosting, Updates, Sicherheit, Zahlungsgebühren, Rechtstexte und die Verpackungslizenz fallen bei jedem Shop an. Wer die Technik selbst betreut, bezahlt mit eigener Arbeitszeit.

Meist einen Prozentsatz vom Zahlbetrag plus einen Fixbetrag je Zahlung. Laut den Preisseiten der Anbieter (Stand: Oktober 2026) sind es zum Beispiel 1,5 % + 0,25 € bei Stripe für Standardkarten aus dem EWR und 2,99 % + 0,39 € bei PayPal Checkout für inländische Zahlungen. Internationale Karten und Währungsumrechnung kosten mehr.

Die Zahlungsgebühr erhält der Zahlungsanbieter für die Abwicklung der Zahlung, sie fällt bei jedem Shopsystem an. Eine Transaktionsgebühr oder Umsatzbeteiligung erhebt dagegen der Anbieter der Shop-Plattform, zusätzlich zur Zahlungsgebühr. Beide koppeln die Kosten an den Umsatz.

Ab 149 € im Monat bei jährlicher Zahlweise, netto zzgl. USt. – mit Hosting in Deutschland, Updates und Support, ohne Umsatzbeteiligung und ohne Einrichtungsgebühr. Es gibt vier Pakete: Basic, Professional, Premium und Enterprise. Die Vertragslaufzeit beträgt 12 Monate (Stand: Oktober 2026).

Quellen

Stephan Dunger
Über den Autor

Stephan Dunger

Lead Developer & Shopsystem-Experte · XONIC Solutions GmbH · Im Unternehmen seit 2012

Stephan Dunger gehört zu den Köpfen hinter dem XONIC Shopsystem. Seit 2012 entwickelt er die Plattform gemeinsam mit dem Team weiter – von der Datenbank über die Schnittstellen bis zum Checkout.

Programmierer aus Leidenschaft, technischer Kopf und Berater zugleich: Mit tiefem Know-how rund um Shopsysteme und E-Commerce verbindet Stephan die Tiefe eines Entwicklers mit dem Blick fürs große Ganze. Gemeinsam mit dem XONIC-Team prägt er die technische Ausrichtung, denkt Funktionen konsequent vom Nutzen des Händlers her und berät bei maßgeschneiderten Lösungen.

Das Ergebnis ist Software mit Gesicht: Kunden bekommen keinen anonymen Anbieter, sondern einen direkten Draht zu den Menschen, die XONIC entwickeln. Pragmatisch, schnell und auf Augenhöhe.

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