allgemeine News

Die wichtigsten 4 Rechtsänderungen 2026 für den Online-Handel

11.12.2025·Autor: D. Geisler

 

Wichtige Gesetzes-Updates 2026: Das müssen Online-Händler jetzt wissen

Vier zentrale Änderungen, die Händler jetzt für das kommende Jahr vorbereiten müssen.


Das kommende Jahr 2026 steht für den E-Commerce im Zeichen umfassender rechtlicher Neuerungen, die hauptsächlich auf EU-Richtlinien basieren. Händler sind dringend gehalten, ihre Shops und Prozesse frühzeitig auf diese Änderungen vorzubereiten, um Abmahnungen und Bußgelder zu vermeiden.

Wir haben die vier wichtigsten Themen zusammengefasst, die ab 2026 in Kraft treten oder schrittweise wirksam werden:

🛒

1. Der verpflichtende Widerrufsbutton NEU

Eine der folgenreichsten Neuerungen ist die Einführung des Widerrufsbuttons. Nach Umsetzung der EU-Richtlinie 2023/2673 müssen Online-Händler eine leicht zugängliche, gut sichtbare und dauerhaft verfügbare Schaltfläche im Shop bereitstellen, über die Kunden ihren Vertrag mit einem einfachen Klick widerrufen können.

Handlungsempfehlungen:

  • Prüfen Sie Ihre Shop-Software und planen Sie die technische Implementierung eines "Widerrufs-Buttons".
  • Ihre Widerrufsbelehrung muss entsprechend angepasst werden.

Frist: Die Pflicht tritt voraussichtlich zum 19. Juni 2026 in Kraft.

💻

2. Neue EU-Produkthaftungsrichtlinie (PLD)

Die überarbeitete Produkthaftungsrichtlinie (PLD) stellt eine grundlegende Änderung dar, da sie den Kreis der "Produkte" erweitert. Künftig können nicht nur physische Güter, sondern auch Software, digitale Dienste und KI-Systeme haftungsrelevant sein.

Wichtige Auswirkungen:

  • Die Haftung wird auf digitale Produkte ausgeweitet.
  • Importeure, Händler und Marktplatzbetreiber werden stärker in die Verantwortung genommen.
  • Die Beweislast für Geschädigte wird in komplexen Fällen erleichtert.

Frist: Die EU-Mitgliedstaaten müssen die Richtlinie bis zum **9. Dezember 2026** in nationales Recht umsetzen.

📦

3. Neue EU-Verpackungsverordnung (PPWR)

Die **Packaging and Packaging Waste Regulation (PPWR)** ersetzt die bisherige EU-Verpackungsrichtlinie. Ziel ist die massive Reduktion von Verpackungsmüll. Die Verordnung bringt neue strenge Vorgaben für Material, Design und Recyclingfähigkeit mit sich.

Kernpunkte:

  • Strengere Regeln für die **Material- und Raumeffizienz**.
  • Neue **Kennzeichnungspflichten** (Piktogramme) zur Materialzusammensetzung.
  • Mögliche Entlastung für Händler mit reinem Inlandsversand.

Frist: Viele zentrale Pflichten beginnen schrittweise ab dem **12. August 2026**.

🌱

4. Strengere Vorgaben für umweltbezogene Werbung (Green Claims)

Die Richtlinie zur Stärkung der Verbraucher für den ökologischen Wandel (**EmpCo-Richtlinie**) verbietet irreführende Umweltbehauptungen und soll sogenanntes "Greenwashing" unterbinden.

Was zu vermeiden ist:

Pauschale, nicht belegbare Aussagen wie "klimaneutral", "umweltfreundlich" oder "öko" ohne wissenschaftlichen Beweis oder konkrete, belegbare Angaben werden voraussichtlich untersagt.

  • Überprüfen Sie alle Produkttexte und Werbematerialien auf pauschale "Green Claims".
  • Stellen Sie sicher, dass alle umweltbezogenen Aussagen klar belegt und spezifisch sind.

Kundenstimmen

Kommentieren
Nichts mehr verpassen.

E-Recht-Updates und neue Funktionen direkt ins Postfach.

Newsletter abonnieren